Mühlheimer Fleischer-Fachkompetenz ist bei Kollegen in USA gefragt

Mühlheim, Januar 2019

Außergewöhnliche Tätigkeit für Fleischermeister Florian Schmidt aus Mühlheim.

Zusammen mit vier anderen Kollegen war der Metzger mit Leib und Seele im Januar 2019 Prüfer beim zweiten deutsch-amerikanischen Qualitätswettbewerb für handwerkliche Fleischerzeugnisse in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin.

 

Bei dieser Prüfung, die vom Deutschen Fleischer-Verband und seinem amerikanischen Gegenpart, der American Association of Meat Processors, ausgerichtet wird, können amerikanische Fleischereien ihre handwerklich hergestellten Erzeugnisse von Fachleuten aus Deutschland bewerten lassen.

Für Fleischermeister Florian Schmidt in mehrfacher Hinsicht eine interessante Angelegenheit: „Ich war überrascht von der Vielfalt und Qualität der eingereichten Produkte“, beschreibt der 40-jährige Fleischer, dessen eigenes Unternehmen in Mühlheim am Main seit 1916 besteht. „Viele Erzeugnisse sind unseren Handwerksprodukten sehr ähnlich, sie sind in der Würzung an den amerikanischen Geschmack angepasst, aber gut gemacht.“  Einer der es wissen muss, da er selbst bereits unzählige Auszeichnungen und Pokale für seine Wursterzeugnisse erhalten hat.

 

Besonders interessant waren für Florian Schmidtvor allem diejenigen Erzeugnisse, die in den Vereinigten Staaten sehr beliebt, aber bei uns wenig bekannt sind. „Die amerikanischen Kollegen haben zum Beispiel im Bereich der Snacks aus Rindfleisch tolle Sachen entwickelt oder einige Bratwurstsorten zur Prüfung vorgelegt. "Einige würden sicher auch in Deutschland ihre Anhänger finden“, ist sich Florian Schmidt sicher. Es ist gut möglich, dass der Fleischermeister zu Beginn der Grillsaison seinen Kunden einige Bratwurstsorten anbieten wird, die er während seines Aufenthalts kennengelernt hat. Vom Frühstücks Bacon hat sich Florian Schmidt bereits inspirieren lassen und ihn gleich hergestellt und in sein Sortiment mitaufgenommen.

Die fachlichen Tipps zu deren Herstellung hat sich Florian Schmidt vor Ort von den zahlreich anwesenden amerikanischen Kollegen geholt. „Der fachliche Austausch untereinander ist ein wichtiger Punkt unserer Qualitätsprüfungen. Wir testen die Produkte der amerikanischen Kollegen und machen ihnen gegebenenfalls aus unserer Sicht Verbesserungsvorschläge. Aber auch wir lernen jedes Mal dazu.“ Insgesamt sei es beeindruckend, wieviel Wert die Mitglieder des amerikanischen Fleischerverbands auf die fachliche Meinung ihrer deutschen Kollegen legten, so der Fleischermeister in 4. Generation. „Das deutsche Fleischerhandwerk hat im Ausland einen ausgezeichneten Ruf- sie werden auch als Master Butcher bezeichnet, betont Florian Schmidt und muss schmunzeln.

 

Seine amerikanischen Berufskollegen trifft Florian Schmidt im Mai in Frankfurt am Main wieder. Viele der Teilnehmer des deutsch-amerikanischen Qualitätswettbewerbes reisen nämlich eigens zur Siegerehrung nach Deutschland, die dort auf der bedeutendsten Fachmesse für die Fleischwirtschaft, der IFFA, stattfinden wird.